Stoma Alltag

Wie ich fast an Morbus Crohn gestorben wäre (2)

Als es mir dann über einem Jahr wirklich richtig gut und ohne jegliche schmerzen besser ging, merkte ich wie ich anfing mich bei jedem Essen übergeben zu müssen.

Ich hatte angefangen nur noch ganz kleine Portionen zu essen, irgendwann nach dauerndem übergeben verging mir die Lust überhaupt etwas zu mir zu nehmen sei es Essen oder trinken, denn selbst bei purem Wasser musste ich mich übergeben.

Das Remicade wirkte also nicht mehr so gut. Man überlegte auf ein anderes Medikament umzusteigen, es nannte sich Humira, eine Spritze die ich mir alle 6 Wochen selbst in den Bauch oder Schenkel spritzen musste. Leider half auch dieses Medikament nicht so richtig. Ich hatte so vieles ausprobiert damit es mir endlich besser geht, nicht nur das ich keine schmerzen mehr hatte, sondern das ich endlich gesund werde. Das dass Problem gelöst wird und nicht einfach nur unterdrückt. Ich bin zu den verschiedensten Ärzten, Therapeuten bis hin zu Heilpraktikern gerannt in der Hoffnung das man endlich herausfinden würde warum ich überhaupt diese Krankheit bekommen habe. Leider fand man nie so wirklich eine Antwort, keine konnte mir so richtig helfen, also begann ich mir irgendwie selbst helfen könnte. Ich machte mir einen Ernährungsplan, verzichtete auf Weizenprodukte, wechselte zu Dinkel, ich hatte keine Milchprodukte mehr zu mir genommen und versuchte ganz viel Möhrensuppe zu essen da ich gelesen hatte das Möhren entzündungshemmend wirken sollen. nichts half richtig und irgendwann hatte ich keine Lust und Kraft mehr irgendwas auszuprobieren, weil einfach nichts geholfen hatte.

Ich verlor wieder an Gewicht. Ich habe nicht mehr gegessen, nicht mehr getrunken ich wollte mich nicht mehr bewegen und lag vor schmerzen nur noch im Bett. Die schmerzen wurden so schlimm das ich sie nicht ein mal mehr so richtig beschreiben könnte, man sagt die schmerzen seien so schlimm wie die Wehen bei einer Geburt. Das kann ich leider nicht beurteilen, da ich noch kein Kind habe aber die Schmerzen waren wirklich so schlimm als würde dir jemand dauerhaft mit einem Messer in den Bauch stechen.

Ich lag also nur noch im Bett, wollte nicht mehr mit Freunden raus gehen, wollte nicht mehr einkaufen oder irgendwo an ein Ort gehen an dem nicht direkt eine Toilette in der Nähe war. Denn, ich konnte nicht mal mehr raus ohne alle 30 Minuten aufs Klo rennen zu müssen, weil wenn ich musste, dann direkt! Ich konnte es keine 5 Minuten halten sonst hätte ich mir in die Hose gemacht… Ich machte ein Gesprächstermin in der Uniklinik in Freiburg, ich hatte das Gespräch und man meinte mein Darm müsse raus, ich sollte ein Stoma, ein künstlichen Darmausgang bekommen. Meine größte Angst war nun eingetreten, das wofür ich mein Leben lang gekämpft habe zu vermeiden soll jetzt doch passieren? Obwohl ich 13 Jahre nach Lösungen gesucht habe? Ich nickte dem Arzt zu und ging nach Hause. Ich wollte das nicht, ich wollte doch einfach nur normal Leben können ohne ein Stoma und ohne schmerzen, einfach nur gesund sein. Also versuchte ich weiter zu kämpfen um dem Stoma vielleicht doch noch zu entkommen.

Ich verlor immer mehr an Gewicht, habe nichts gegessen und auch nichts getrunken, ich verlor an Muskelmasse und wog am Ende nur noch 29 Kilo. Bis meine Mama gesagt hat sie fährt mich Jetzt in die Uniklinik in Freiburg. Ich hatte kaum Flüssigkeit in meinem Körper, konnte kaum stehen und man gab mir direkt ein Freies Zimmer. Ich bekam eine Infusion die mich etwas aufpäppelte, dann führte ich mit dem Arzt erneut ein Gespräch und ich entschied mich letztendlich für ein Stoma das Für immer bleibt. Am 02.06.2021 war es so weit, ich hatte meine Operation die ganze 6 Stunden ging. Am nächsten morgen kamen die Ärzte die mich Operiert haben in mein Zimmer, sie sagten die Operation verlief ganz gut mit leichten Komplikationen da ich 2 mal zu viel Blut verlor bekam ich 2 Bluttransversionen. Er zeigte mir Bilder von meinem entnommenem Darm, dieser wirklich Katastrophal aussah, lauter Löcher, voller schleim und durch die hochgradige Entzündung in den letzten Jahren war der ganze Darm vernarbt. Es war so schlimm das der Arzt meinte, hätte ich noch länger gewartet dann hätte es zu einem Darmdurchbruch führen können, der innerhalb weniger Sekunden Tödlich geendet hätte.

Und so bin ich mit knapp 20 Jahren dem Tod nur ganz kurz entkommen, trotz Jahrelangem kämpfen und nach Lösungen suchen habe ich mein Stoma bekommen. Heute ist er mein bester Freund und ein Leben ohne meinem Stoma den ich Schwabbel benannt habe, kann ich mir absolut nicht mehr vorstellen, möchtest du wissen warum? Dann kannst du in meinem Beitrag „Mein Stoma ist mein bester Freund“ gerne durchlesen.

Ich bedanke mich fürs Lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Blogartikel